Besonders im Sommer beachten: So lassen sich Durchfallerkrankungen vermeiden

Gerade im Sommer -nicht nur in Urlaubsländern- treten Durchfallerkrankungen häufiger auf. Zur Prävention der Diarrhoe (Durchfall) muss auf eine Reduktion individueller Risikofaktoren geachtet werden.

Verhaltensbedingte Risikofaktoren

  • Ernährung: Mikronährstoffmangel (Vitalstoffe)
  • Genussmittelkonsum: Alkohol (Frau: > 40 g/Tag; Mann: > 60 g/Tag)
  • Psycho-soziale Situation: akuter und chronischer Stress

Wichtig sind auch die folg. allgemeinen Hygienemaßnahmen

  • Vor der Zubereitung frischer Lebensmittel müssen die Hände mindestens 30 Sekunden mit Wasser und Seife gewaschen werden.
  • Es gilt es weiteren, Lebensmittel vor dem Verzehr gründlich zu waschen, zu schälen oder auch durchzugaren. Diese Regel sollte insbesondere in fremden Ländern und bei unbekannter Herkunft der Lebensmittel eingehalten werden.
  • Rohkost muss immer – unabhängig von Ort und Herkunft – unter fließendem Wasser abgerieben werden, ggf. eine Gemüsebürste dazu verwenden. Kein Handtuch zum Abtrocknen verwenden, sondern ausschließlich Küchentücher aus Papier.
  • Nicht verwendet werden dürfen Schneidebretter aus Holz (wegen Risiko der Bakterienbesiedlung).

Daniel Harbs, Hamburg, Gesundheitstipp Sommer: Besonders im Sommer beachten: So lassen sich Durchfallerkrankungen vermeidenBei Sommerhitze verderben Lebensmittel schneller. Deshalb schützen Sie sich vor Lebensmittelinfektionen - hier einige Tipps:

  • Kleine Lebensmittelmengen einkaufen und schnell verbrauchen.
  • Kühlkette möglichst nicht unterbrechen: Kühlboxen oder -taschen verwenden und möglichst schnell nach Hause transportieren.
  • Leicht verderbliche Lebensmittel (frische Milch, Fleisch, Wurstwaren) immer nur so kurz wie möglich bis zum Verzehr oder zur Verarbeitung im Kühlschrank bei +4 °C bis +6 °C aufbewahren.
  • Tiefgekühltes Geflügel und Fleischwaren im Kühlschrank in einem Gefäß auftauen, Tauwasser in den Ausguss schütten, mit heißem Wasser gründlich nachspülen.
  • Übertragung von Keimen auf andere Lebensmittel vermeiden: Hände und Küchenutensilien wie Schneidbretter, Teller, Messer – vor allem nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, besonders Geflügel – gründlich unter warmem, fließendem Wasser mit Seife waschen. So verhindern Sie, die Übertragung von Erregern von rohem Fleisch auf andere, verzehrfertige Lebensmittel übertragen.
  • Fleischgerichte immer gut durchgaren. Die Kerntemperatur sollte im Inneren für wenigstens 2 Minuten +70 °C betragen.
  • Warme Speisen bei Temperaturen von über +65 °C heiß halten bzw. innerhalb weniger Stunden auf unter +7 °C abkühlen
  • Vorsicht bei Speisen mit rohem Ei und Mayonnaise-Produkten (Kartoffel-, Nudel-, Fleischsalate). Das Infektionsrisiko lässt sich nur durch eine konsequente Kühlung bei max. +6 °C und einen raschen Verzehr minimieren.
  • Kleinkinder, alte und kranke Menschen sowie Schwangere sollten tierische Lebensmittel und Sprossen nur vollständig gegart essen.
  • Zum Schutz vor Campylobacter keine Rohmilch verzehren.
  • Gemüse, Obst, Blattsalat und Kräuter gründlich waschen und erdnah gewachsenes Gemüse

Weitere Präventionshinweise für /bei Betroffenen:

  • Betroffene sollten eigene Handtücher haben.
  • Kinder sollten während der Durchfallerkrankung nicht in eine Betreuungseinrichtung bwz. Schule geschickt werden.
  • Erst wieder, wenn der letzte Durchfall mindestens 48 Stunden zurück liegt.
  • Bis zu zwei Wochen nach dem letzten Durchfall sollte auf Besuche im Schwimmbad verzichtet werden.

Richtig Grillen - auch eine Frage der Gesundheit

Grillen über glühender Kohle sowie Räuchern von Fleisch- und Fischwaren erhöhen die Schadstoffbelastung im Lebensmittel. Dabei entstehen bei der Verbrennung des Brennstoffes an der Oberfläche des Fleisches oder Fisches polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK oder engl. PAH = Polycyclic Aromatic Hydrocarbons) – Benzpyren, Benzfluoren – in erhöhten Mengen. Ursprünglich sind diese Stoffe nur gering in den Nahrungsmitteln enthalten. Sie gelangen beim Räuchern mit dem Rauch in die Nahrung und beim Grillen entstehen sie durch hohe Temperatureinwirkung und zu geringem Abstand von der Heizquelle aus Fetten. Solche Kohlenwasserstoffe gelten als krebserregend und können Veränderungen an unserem Erbgut bewirken [1]. Sie begünstigen die Entstehung von Magen- und Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs). Bei steigenden Temperaturen ab 400 °C kommt es im hohen Maße zur Bildung der aromatischen Kohlenwasserstoffe, wobei insbesondere offenes Feuer sowie schmelzendes Fett, was auf die Heizquelle tropft, dessen Entstehung unterstützt [1].

Richtig Grillen - Daniel Harbs, Hamburg

Beachten Sie beim Grillen:

  • Das Grillgut schonend zubereiten! Am besten einmal kurz scharf angrillen und anschließend am Rand, wo weniger Hitze ist, zu Ende grillen.
  • Es sollte möglichst kein Fett in die Glut tropfen. Durch das Entzünden des Fettes bilden sich vermehrt polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich durch den Qualm auf dem Grillgut ablagern. Empfehlenswert ist das Grillen in Aluschalen. Dadurch tropft wenig bis gar kein Fett in die Glut und das Grillgut wird vor Rauch geschützt.
    Achtung: Wenn Aluschalen verwendet werden, sollte die Marinade nicht säurehaltig sein, weil die Säure das Aluminium löst.
  • Das Grillen auf Gas- und Elektrogrills ist weniger gesundheitsbelastend als die Verwendung eines Holzkohlegrills. Es bilden sich weniger polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
  • Erst grillen, wenn die Holzkohle nicht mehr brennt, sich also eine weiße Ascheschicht gebildet hat.
  • Die Zugabe von Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen wie Rosmarin, Thymian, Ingwer oder Cayenne-Pfeffer kann auf Grund ihrer antioxidativen Wirkung die Bildung von heterozyklischen aromatischen Aminen (HAA) reduzieren.

Einen schönen und gesunden Sommergenuss wünscht Ihnen Ihr Praxisteam.


Literatur:
(1) Lindner, E: Toxikologie der Nahrungsmittel. Kapitel 2, Georg Thieme Verlag; Stuttgart/ New York 1990
(2) Olesen PT, Olsen A, Frandsen H, Frederiksen K, Overvad K, Tjønneland A: Acrylamide exposure and incidence of breast cancer among postmenopausal women in the Danish Diet, Cancer and Health Study. Int J Cancer. 2008 May 1;122(9):2094-10
(3) Rohrmann S, Hermann S, Linseisen, J: Heterocyclic aromatic amine intake increases colorectal adenoma risk: findings from a prospective European cohort study. Am J Clin Nutr 89: 1418-142, 2009

Probiotische Kulturen verhindern stressbedingte Erkältungen

Die Einnahme von probiotischen Kulturen reduziert die Anzahl von Erkältungstagen bei einem gleichzeitigen hohen Stressaufkommen. Langkamp-Henken und ihr Team untersuchten die Wirkung von drei verschiedenen Stämmen auf die Abwehr von Erkältungserkrankungen.

581 gestresste Studenten erhielten über sechs Wochen einen von drei Stämmen oder ein Placebo (= ein Präparat, was genauso aussah wie die Präparate mit den Kulturen, aber keine enthielt). Während der Dauer der Studie bewerteten die unter Stress stehenden Studenten täglich ihr gesundheitliches Wohlbefinden anhand von sechs Fragen und einer Bewertungsskala.

Ergebnisse
Studenten, die einen Bifidobakterium bifido-Stamm eingenommen hatten, erkrankten signifikant seltener an einer Erkältung und hatten mehr gesunde Tage (p ≤ 0,05) als Studenten aus der Placebogruppe (p ≤ 0,05). Die beiden anderen Stämme hatten keine signifikante Wirkung auf Erkältungen.

Zusammenfassung
Probiotische Kulturen besitzen die Fähigkeit, das geschwächte Immunsystem bei Stress zu stärken und so Erkältungskrankheiten abzuwehren.

Langkamp-Henken B, Rowe CC, Ford AL, Christman MC, Nieves C, Khouri L, Specht GJ, Girard SA, Spaiser SJ, Dahl WJ. 
Bifidobacterium bifidum R0071 results in a greater proportion of healthy days and a lower percentage of academically stressed students reporting a day of cold/flu: a randomised, double-blind, placebo-controlled study. 
Br J Nutr. 2/2015; 113(3): 426-34.

Vitamin D: Sind Sie ausreichend versorgt mit dem Sonnenvitamin?

Sie wissen nicht, wie sich ein Vitamin-D-Mangel bemerkbar macht? Mögliche Symptome eines Vitamin-D-Mangels sind:

  • Osteoporose
  • Rachitis
  • Paradontitis, Karies, Zahnausfall
  • Infektanfälligkeit
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Muskelschwäche, -krämpfe, -lähmungen, -schmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus
  • Verstopfung, Übelkeit
  • Krebserkrankungen der/des Darms, Brust, Prostata, Eierstöcke, Haut

Gehen Sie sicher und machen Sie einen Test! Mittels eines einfachen Bluttests lässt sich ein Vitamin-D-Mangel feststellen und therapieren.

Fragen Sie mich! Ihr Hausarzt in Hamburg, Daniel Harbs Intensemed

Reiseapotheke: Was gehört alles rein?

Vor Antritt der Reise sollte man sich eine Reiseapotheke zusammenstellen.

Die folgenden Medikamente/Hilfsmittel sollten zur Grundausstattung gehören:

  • Schmerzmittel – z. B. Paracetamol 500 mg
  • Antihistaminsalbe, evtl. mit Hydrocortison – bei Insektenstichen/ Sonnenbrand
  • Augentropfen gegen Bindehautentzündung
  • Schlafmittel
  • Insektenschutzmittel; folgende Inhaltsstoffe zeigen eine gute Wirksamkeit:
    • Diethyltoluamid (DEET); z. B. enthalten in Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent in: Anti Brumm Forte, Care Plus und Nobite (Schutz zwischen fünf und acht Stunden vor tag- und nachtaktiven Mücken und vor Malariaüberträgern).
    • Icaridin, z. B. enthalten in Autan, Azaron, Ballistol und Parazeet (fast ebenso erfolgreich)
    • Pflanzliche Basis: Mischungen als Kokosvorläuferfettsäuren und ätherische Öle; Wirkung geringer und kürzer als bei chemischen Repellents
  • Medikamente gegen Durchfall (Diarrhoe) – u. a. Elektrolytpulver
  • Medikamente gegen Magenbeschwerden – Metoclopramid
  • Medikamente bei Prellungen/ Zerrungen – Diclofenac-Gel
  • Medikamente gegen Reisekrankheit (Antivertiginosa)
  • Ohrentropfen gegen Gehörgangsentzündung
  • Beruhigungsmittel
  • krampflösende Medikamente (z. B. bei Krämpfen glatter Muskulatur, sogenannten Koliken)
  • Mittel zur Wundbehandlung
    • Antiseptische Wundsalbe/-lösung; ggf. Desinfektionsspray
    • Verbandsmaterial – Mullbinden (8 cm), Wundpflaster, sterile Kompressen (7,5 x 7,5 cm), Heftpflaster; elastische Binden (8 cm)
    • Desinfektionsmittel für Hände/Gegenstände
    • Schere
    • Pinzette
    • Einmalhandschuhe
  • Individuelle Medikamente, die regelmäßig benötigt werden – ein ärztliches Attest kann hilfreich sein, um die teilweise strengen Richtlinien zur Einfuhr von Medikamenten zu erleichtern
  • Fieberthermometer
  • Zeckenzange
  • Sonnenbrille
  • Sonnenschutzmittel
  • Ersatzbrille bei Brillenträgern

Folgende Hilfsmittel/Medikamente kommen als Zusatzausstattung in Frage*:

  • Steriles Material für Notfälle (Einmalspritzen, Einmalkanülen, Nahtmaterial etc.)
  • Medikamente zur Prophylaxe/Notfallmedikation gegen Malaria (nach vorheriger Aufklärung durch den Arzt)
  • Notfallsets zur Zahnbehandlung, Behandlung von Schlangenbissen etc.
  • Antibiotika (nach Rücksprache mit Ihrem Arzt)

*Je abgelegener das Reiseziel ist, umso vollständiger sollte eine Reiseapotheke ausgestattet sein.

Medikamente sollten Sie bei Flügen ins Handgepäck packen und generell möglichst unter 25 °C lagern.

Wichtige Hinweise für Diabetiker:

Traubenzucker und Glukosespritze können im Fall einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) lebensrettend sein. Beides gehört deshalb ins Handgepäck, damit es jederzeit griffbereit ist. Während des Flugs, der Bahn- oder Busfahrt ist es ratsam, den Blutzucker alle drei Stunden zu messen und regelmäßig zu trinken. Beachten Sie, dass Sie ggf. den zwei- bis dreifachen Bedarf an Insulin, Pens, Pumpenzubehör, Spritzen, Teststreifen oder blutzuckersenkende Medikamente haben. Des Weiteren empfiehlt sich ein mehrsprachiger Diabetikerausweis, der die nötigen Medikamente auflistet. Das erspart oft Ärger mit dem Zoll. Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich zudem von Ihrem Arzt attestieren lassen, dass das Mitführen von Insulinspritzen notwendig ist.